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No risk - No fun?

von Markus Feistritzer

No risk – no fun? Aber bitte nicht beim Risikomanagement!

Gewisse Risiken bringen Adrenalinschub. Wer in Projekten allerdings das Risikomanagement vernachlässigt, braucht sehr viel Adrenalin!

Es soll Menschen geben, die stetes Adrenalin unbedingt brauchen und daher gern das Risiko suchen. Ob dies innerhalb von Projektprozessen jedoch so sinnvoll ist, möchte ich bezweifeln. Dem Risikomanagement bei Projektabläufen eine größere Bedeutung zukommen zu lassen und somit aus dem Stiefmütterchen-Status herzauszuholen, ist daher unbedingt empfehlenswert. Es sei denn, alle Beteiligten haben zu viel Adrenalin in petto.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Jedes Projekt bringt Risiken mit sich. Immer! Warum? Weil Projekte an sich einfach riskant sind. Dinge können beispielsweise unerwartet völlig aus dem Ruder laufen, das Budget gesprengt oder die Terminplanung aus den Fugen geraten. Viele Risiken also, mit denen die Projektbeteiligten stets konfrontiert sind und ein Projekt gänzlich zum Scheitern bringen können.

No risk no fun @ VOON-Management GmbH
© frank peters - Fotolia.com

Risikomanagement? Brauchen wir nicht! Bei uns ging bis jetzt alles gut!

Haben Sie schon einmal Roulette gespielt? Sie haben zufällig gewonnen? Gratulation! So kann man dies auch bei Ihren Projekten benennen, wenn diese bisher ohne eingetretene Risiken oder anders gesagt Katastrophen abgeschlossen wurden: als reine Glückssache. Doch wie Sie wissen, endet die Glückssträhne erfahrungsgemäß immer. Zumeist dann, wenn man besonders hoch gepokert hat. Die bessere Alternative wäre doch, das Risikomanagement in Projekten als positiven „Mitspieler“ einzubetten, der gehörigen Mehrwert ins Spiel bringt. Ich behaupte sogar, dass Risikomanagement ein äußerst spannendes Unterfangen ist. Eines, das den erwähnten Risiken gekonnt auflauert und sie eliminiert, bevor diese größeren Schaden anrichten.

Es wird schon irgendwie gehen – irgendwie vielleicht aber auch nicht

Wer sich nicht all zu sehr auf sein Glück verlassen oder dies überstrapazieren will, wählt vielleicht doch eher die spannende und höchstwirksame Methode, die sich Risikomanagement nennt. Positiv denken soll ja grundsätzlich gut sein. Doch im Falle des Projektprozesses geht es nicht ums Hoffen, Bangen und positiv Denken, sondern um klare Vorgehensweisen, die am Ende ein Ziel haben: das erfolgreich durchgeführte Projekt statt einem Supergau. So gesehen, ist Risikomanagement nicht einfach nur ein lästiges „Ding“, das Zeit und Geld kostet, sondern das Projekt sinnvoll schützt und dem Glücksspiel ein Ende setzt.

Mein Tipp:
Die Risikoanalyse sollte immer gemeinsam mit allen Beteiligten durchgeführt werden. Noch besser ist es sogar, eine neutrale Person von „außen“ einzubeziehen. Sollten Sie bei der Analyse feststellen, dass keine Risiken zu finden sind: Suchen Sie weiter oder sagen Sie dem Projekt ade. Jedes gute Projekt trägt Risiken - wenn Sie keine finden, ist es das Projekt nicht wert oder Sie haben nicht tief genug gegraben. Scheuen Sie sich nicht, dabei leicht verrückte Szenarien ins Leben zu rufen. So verrückt diese auf den ersten Blick aussehen, so realitätsnah sind sie auf den zweiten.

von Markus Feistritzer | Kategorien: Leadership, Organisationsentwicklung, Projektmanagement, Prozessmanagement

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