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MILLENIALS: JUNG, GESTRESST, ERFOLGREICH, AUSGEBRANNT

von Christoph Edenhauser & Markus Feistritzer

Millenials: jung,gestresst, erfolgreich, ausgebrannt
@Mirko

Das Leben ist hart. Offensichtlich zu hart für die junge Generation. Böse Zungen behaupten, Millenials sind Meister im Sich-beschweren. Zum Beispiel über Aufgaben, die scheinbar wenig belohnt werden, sei es der schlechtbezahlte Job oder lästige Alltagstätigkeiten wie einkaufen und kochen all das ist lähmend und überfordert die junge Generation. Auch unter den Betroffenen selbst werden kritische Stimmen laut: Sind aus den flüchtigen Herausforderungen mittlerweile unheilbare, systemische Geschwüre geworden? Haben sich die Millenials tatsächlich zur Burnout-Generation entwickelt? Für den heutigen Blogbeitrag haben wir wieder viele interessante Informationen und Überlegungen für Sie gesammelt!  

MILLENIALS - EINE LEBENSUNFÄHIGE SPEZIES? 

Die hyperaktiven Kinder und Teenager von einst sind mittlerweile erwachsen: Die Jüngsten sind gute 20, die Ältesten nahezu 40. Durch ihre Eltern, einer Mischung aus jungen Boomern und alten Gen-X-Zugehörigen und selbst durch gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen beeinflusst, wurden auch die Milleanials stark geprägt. Wie bei den Vorgängergenerationen wurde erwartet, dass es den Nachkommen in jeglicher Hinsicht besser gehen würde. Diese Prognose habe sich als gänzlich falsch erwiesen: Junge werden nicht nur mit globalen Problemen (z. B. Finanzkrise, Niedergang der Mittelschicht etc.) konfrontiert, der Einzelne hat heutzutage weit mehr Schulden, viel  weniger Stabilität und wesentlich weniger Gerechtigkeit (Petersen 2019: o.S.). 

GENERATIONENDUELL: WAREN WIR TATSÄCHLICH HELDEN!? 

Das Erforschen gefährlicher“ Spielplätze, Weggehen ohne Handy, Besuche ohne Voranmeldung   für wohl die meisten (Nicht-Hubschrauber-)Eltern war das damals erlaubt. Durch die sich anbahnende Steigerung von Effizienz und Profit, musste die nächste Generation aber schon sehr früh optimiert und wettbewerbsfähiger gemacht werden ausgebildet und zugeschnitten auf den künftigen Arbeitsplatz. Um einen Job zu bekommen und bis zur Rente zu behalten, genüge es nicht, ein Diplom zu haben“, heißt es in dem Beitrag weiter  (Petersen 2019: o.S.). Risikomanagement war früher eine Geschäftspraxis, jetzt ist es unsere dominierende Strategie zur Kindererziehung", schreibt der Buchautor Malcolm Harris (Petersen 2019: o.S.). 

 INTENSIVE ERZIEHUNG SCHÜTZT VOR KRISEN NICHT! 

Globale Katastrophen (die Dotcom-Blase in den frühen 2000er Jahren, die Finanzkrise 2008) verschärfte die Situation für alle, wohlbehütete Millenials nicht ausgenommen. Durch die begrenzten Möglichkeiten arbeiten junge gut ausgebildete Menschen in unterbezahlten Jobs. Die Devise lautet nun erst recht: durchbeißen und härter arbeiten! Wir waren schließlich Problemlöser - und man lehrte uns, dass es, wenn wir einfach härter arbeiten würden, funktionieren würde“ (Petersen 2019: o.S.). 

VOM SCHLECHTEN GEWISSEN UND DEM DRUCK DER SOZIALEN MEDIEN 

"Alles, was gut ist, ist schlecht, alles, was schlecht ist, ist gut", so beschreibt es die Verfasserin des genannten Beitrages, Anne Helen Petersen. Freizeit fühle sich schlecht an, weil man eigentlich arbeiten sollte. Dauernd zu schuften fühle sich gut an, weil man mit harter Arbeit zum Erfolg gelange. Millenials beobachten die Freizeit, die Abenteuer, das verzehrte Essen etc. ihrer Freunde online und messen sich daran. Sie posten und vermarkten sich selbst (Bsp.: Twitter für mitteilungsfreudige Journalisten, Manager nutzen LinkedIn als Beleg für die eigene persönliche Marke“ etc.). Genießen im Alltag ist erlaubt - man habe schließlich hart genug dafür geackert! Die sozialen Medien seien ein beliebtes Mittel, um die hart verdienten Früchte der eigenen Arbeit zu veranschaulichen, um Eifersucht bei Freunden hervorzurufen und andere (und sich selbst!?) von seinem erfüllten Leben zu überzeugen, so weiter im Text (Petersen 2019: o.S.). 

PER OPTIMIERUNGSWAHN SCHNURSTRACKS INS BURNOUT 

"Effizienz ist unser existentieller Zweck, und wir sind eine Generation von fein geschliffenen Werkzeugen, die aus Embryonen hergestellt werden, um schlanke, mittlere Produktionsmaschinen zu sein", sagt Harris. Die Effizienz wiederum sollte für bessere Jobs (erhöhte Arbeitsplatzsicherheit, mehr Gehalt, mehr Freizeit) sorgen, betont der Soziologe Arne L. Kalleberg. Die bereits in der Schule beginnende Selbstoptimierung und ihre Folgen wurden erstmals 1974 als psychologische Diagnose anerkannt. Burnout ist eine wesentlich andere Kategorie als "Erschöpfung", obwohl es damit zusammenhängt. Erschöpfung bedeutet, zu dem Punkt zu gehen, an dem man nicht weiter gehen kann; Burnout bedeutet, diesen Punkt zu erreichen und sich selbst zu drängen, weiterzumachen, sei es für Tage, Wochen oder Jahre“  (Petersen 2019: o.S.). 

BURNOUT LÄSST SICH NICHT OPTIMIEREN, DAMIT ES SCHNELLER ENDET 

Burnout nimmt Dinge, die Spaß machen sollen und zerlegt sie in eine Liste von Aufgaben“, ist in dem genannten Artikel zu lesen. Betroffen sind nicht nur gestresste Führungskräfte, auch (oder gerade!?) z. B. berufstätige Mütter, die nebenbei als Haushaltsmanagerin fungieren. Der beste Weg, Burnout zu behandeln, ist, es zunächst als das anzuerkennen, was es ist - keine vorübergehende, sondern eine chronische Krankheit - und ihre Wurzeln und Parameter zu verstehen“, lt. dem genannten Beitrag. 

 

Dass Sie völlig frei von selbstzerstörerischem Verhalten und ohne Entscheidungsermüdung“, sondern voller Motivation in eine angenehme Woche starten, das wünschen  

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser 

 

 

VERZEICHNIS UND WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN: 

Petersen, Anne Helen: How Millennials Became The Burnout Generation, 2019, in: Buzzfeednews Online 

 

von Christoph Edenhauser & Markus Feistritzer | Kategorien: VOON-Management GmbH

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