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"Man kann nicht nicht kommunizieren"

von Markus Feistritzer

Das berühmte Zitat von Paul Watzlawick - Psychotherapeut, Kommunikationswissenschaftler und Autor zahlreicher Bücher - mag anfangs befremdlich wirken ... Befasst man sich jedoch näher mit seinen Kernaussagen, Grundregeln und Theorien, wird einem rasch bewusst, welch außerordentlich hohen Stellenwert nonverbale Kommunikation in unserem Leben einnimmt.

Wir alle sind tagtäglich mit Situationen konfrontiert, in denen unsere verbale und nonverbale Kommunikationsfähigkeit gefordert ist. Bei Vorstellungsgesprächen z.B. zählt der berühmt-berüchtigte „erste Eindruck“. Wir wollen uns dem künftigen Chef von unserer besten Seite präsentieren und ihn beeindrucken. In erster Linie versuchen wir dies mit der gesprochenen Ausdrucksform. Mittels einstudierter Phrasen bemühen sich so manch Unwissende (vergebens!) ihren Kommunikationspartner zu manipulieren. Ihnen ist offensichtlich nicht bewusst, dass die nonverbalen Zeichen des Körpers niemals lügen!

Auch Herr X. wird bei dem „Blind Date“ mit seiner potenziellen Herzdame bestimmt versuchen, ein möglichst positives Bild abzugeben. Die Signale seines Körpers beim „Balzverhalten“ werden sich jedoch von jenen des Job-Bewerbers deutlich unterscheiden.

Dass für ein gutes Auftreten auf angemessene Kleidung, entsprechende Gestik, Mimik und sonstige Körpersignale (Kopfbewegungen, Blickkontakt, Gang, Distanzzonen und dgl.) zu achten ist, scheint einleuchtend. Zusätzlich sind simple Grundregeln zu beachten, um authentisch und professionell zu wirken und tatsächlich zu sein!

In seinem Buch „Alles über Körpersprache“ formuliert der israelische Pantomime und em.o.Univ.-Prof. Samy Molcho bereits in der Überschrift sehr treffend, worum es bei nonverbaler Kommunikation geht: Sich selbst und andere besser verstehen!

Nonverbale Kommunikation @ VOON-Management GmbH
© Sergey Nivens - iStockphoto.com

So werden „verschränkte Arme“ meist generell als negatives Körpersprachesymbol gewertet. Trotz ablehnend scheinender Körperhaltung ist der Gesprächspartner oft dennoch gewillt, dem Diskutant Gehör zu schenken. Er will seine Zustimmung vielleicht nur (noch) nicht äußern.

Ist man mit den Grundsätzen wortfreier Verständigung nicht vertraut, kommt es bereits bei banalen Alltagsgesten (z.B. Händeschütteln) zu Missverständnissen. Dies ist im eigenen Kulturkreis weit verbreitet, geschweige denn bei interkulturellen Organisationen: Dem Durchschnittseuropäer fällt es schwer, die Körpersprache eines Asiaten (z.B. sein Lachen zu einem unangemessen erscheinendem Zeitpunkt) zu begreifen.

Sogenanntes „spiegeln“ ist das Angleichen an das Verhalten des Gegenübers. Dies stellt eine gängige Praktik dar, sich mit dem Gesprächsteilnehmer auf „gleicher Wellenlänge“ einzuschwingen. Ein Lächeln Ihres Konversationspartners werden Sie vermutlich erwidern, zu einem Rockkonzert werden Sie kaum mit Anzug und Krawatte erscheinen, sondern sich dem Dresscode der Anderen anpassen. Eine abneigende Sitzhaltung zu kopieren oder (mit platzbeanspruchenden Armbewegungen) in das Territorium des Gegenübers einzudringen, ist in den meisten Fällen kontraproduktiv. Sie merken, worauf ich hinaus will: Die „Spiegel-Methode“ birgt für Unerfahrene ein gewisses Gefahrenpotenzial. Überdosiertes Nachahmen kann vom Gesprächspartner leicht als unangenehmes Imitieren empfunden werden.

"Es gibt die Dauerschwätzer, die quasseln wie ein Wasserfall, ohne wirklich etwas zu sagen. Es gibt die vermeintlichen Philosophen, die mit wenigen Worten angeblich viel sagen, was aber außer ihnen keiner kapiert. Es gibt die Blender, die mal viel, mal wenig sagen, nur nie die Wahrheit. Und es gibt den Körper, den menschlichen Körper, der gar nichts sagt, aber umso mehr spricht und das auch noch entwaffnend ehrlich."(Stefan Verra, Experte für Körpersprache und Autor diverser Bücher)

In unserem Business liegt der Fokus auf „Kommunikation in all seinen Facetten“. Jede(r) Einzelne von uns ist selbst für ein gelungenes Kommunikationsverhalten verantwortlich. Ein wesentliches Augenmerk richten wir dabei auf die körperliche Ausdrucksform. Ein Mix aus gesprochener und wortfreier Kommunikation - das ist der Erfolgsgarant!

Zu guter Letzt nun die gute Nachricht:

Um sich Ihrer eigenen Körpersignale bewusst zu werden und die Körpersprache Ihres Gegenübers zu deuten, müssen Sie weder ein Psychologiestudium absolvieren, noch eine Kristallkugel befragen. Unter professioneller Anleitung und beständigem Training im Alltag mutieren Sie kurzerhand zum „exzellenten Körpersprecher“!

Wir freuen uns, wenn wir mit diesem Blog Ihr Interesse an der  „(non)verbalen VOON´schen Kommunikationskultur“ geweckt haben und sind sehr gespannt auf Ihre Kommentare / Erfahrungsberichte zu dieser spannenden Thematik!

Literatur:

S.Molcho: Alles über Körpersprache. Mosaik-Goldmann Verlag, 2001.
S.Verra: www.stefanverra.com, abgerufen am 30. April 2014.

von Markus Feistritzer | Kategorien: Leadership, Organisationsentwicklung, Projektmanagement, Prozessmanagement, VOON-Management GmbH

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