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Human Meier! I understand just train station!

von Markus Feistritzer

Human Meier! I understand just train-station!
Mensch Meier! Ich verstehe nur Bahnhof!

Halbwegs verhandlungssicheres Englisch zu sprechen, ist eigentlich keine Hexerei. Eigentlich … Es wimmelt nämlich geradezu von „false friends“ im deutsch-englischen Sprachgewirr. Ein unaufmerksamer Augenblick und schon geht man ihnen auf den Leim. Man kann es drehen und wenden, wie man will - aber „actual“ hat mit „aktuell“ nun mal genau so wenig zu tun, wie „become“ mit „bekommen“. Denken in deutscher, reden in englischer Sprache – das funktioniert bei den Meisten nur zaghaft. Durch wortwörtliches Dolmetschen tappt man sehr leicht in die Übersetzungsfalle. Einige solcher unglücklichen Formulierungen haben längst Kultstatus erreicht. So bringen z.B. Sprüche von Fußballgröße Lothar Matthäus Menschenmassen zum Schmunzeln. An seine Aussage „I think I spider“ („ich glaube, ich spinne“) erinnern sich wahrscheinlich mehr Fans, als an die Tatsache, dass er 1991 zum Weltfußballer des Jahres gewählt wurde.

Now it goes around the sausage!
Jetzt geht es um die Wurst!

Zu Meetings mit internationalen Geschäftspartnern sollte man stets gut vorbereitet erscheinen. Sprachliche Fauxpas durch die Verwendung „falscher Freunde“ sind ansonsten vorprogrammiert. Besonders peinlich wird es spätestens dann, wenn Sie mit „native speakers“ (Engländern und Amerikanern z.B.) die Ehre haben. Schneller als man denkt, kann es hier zu gravierenden Missverständnissen kommen: Wenn Ihr amerikanischer Geschäftspartner z.B. von einer Billion redet, meint er damit tausend Millionen. In der deutschen Sprache bedeutet der gleiche Betrag tausend Milliarden. Sie merken, der leichtfertige Gebrauch von „false friends“ kann unter Umständen sehr teuer werden. Sie werden ein solches Verständigungsproblem mitunter als „fatal“ bezeichnen – was die Situation nur noch weiter verschlimmert: Die englische Übersetzung für „fatal“ lautet nämlich „mit tödlichem Ausgang“!

Mensch Meier! Ich verstehe nur Bahnhof!
© auremar - Fotolia.com

Now we sit quite beautiful in the ink!
Nun sitzen wir ganz schön in der –Tinte!

Wenn Sie nicht ein „Übersetzungsopfer“ werden wollen, informieren Sie sich bitte ausführlich bezüglich „irreführender Vokabeln“. „Gross“ bedeutet nicht „groß“ und das Attribut „dick“ sollte man im business English besser vermeiden.

Cleartext!
Klartext!

Andere Länder – andere Sitten! Nicht nur die Sprachbarriere, auch die kulturellen Unterschiede erschweren oft den Berufsalltag in einem internationalen Umfeld. Österreicher und Deutsche sind für ihre direkte Art bekannt. Sie reden nicht um den heißen Brei herum. Sie sparen nicht mit „harten“ Ausdrücken – auch wenn es – oder gerade wenn es! - um Kritik am Gegenüber geht. So mancher englische Gentleman ist damit schlichtweg überfordert. Wenig verwunderlich - neigen wir doch zum Gebrauch von Wörtern, die das Gesagte betonen und verstärken (sogenannte „Upgrader“). Das „very british“ Volk hingegen kommuniziert hauptsächlich mittels „Downgrader“. Für Chinesen wiederum ist es z.B. undenkbar, KollegInnen vor Anderen zu kritisieren oder gar „to blame“. Hier handelt es sich übrigens um einen weiteren „falschen Freund“ – „to blame“ bedeutet nicht „blamieren“, sondern „beschuldigen/die Schuld zuschieben“!

Everything is in the green area - No one can reach me the water!
Alles ist im grünen Bereich – Keiner kann mir das Wasser reichen!

Um dieses Ziel zu erreichen, hüten Sie sich davor, deutschsprachige Redewendungen 1:1 ins Englische zu übersetzen. Sie wollen doch nicht, dass Ihr Gegenüber von Ihnen denkt „this English is under all pig“ („dieses Englisch ist unter aller Sau“)! Solche Redewendungen klingen vielleicht sogar „familiar“, obwohl sie natürlich sprachlich nicht korrekt sind. Mit Ihrer Familie hat dies im Übrigen auch nichts zu tun.

You have right.
Du hast/Sie haben Recht.

Es ist wirklich verhext mit diesen „falschen Freunden“!

Aber: Seine Freunde kann man sich selbst aussuchen! Ich bin überzeugt, dass Sie eventually (und damit meine ich NICHT eventuell!) die richtige Wortwahl treffen!

Als abschließende „note“ (Notiz, Hinweis – nicht Note!) finden Sie am Ende dieses Beitrags eine Tabelle, welche die hier verwendeten „falschen Freunde“ auflistet. Auch erweist sich die folgende Website als „handy“ (und hat rein Garnichts mit Mobiltelefonen am Hut!): http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_falscher_Freunde

It falls me nothing more in - Now can come what wants ;-)
Es fällt mir nichts mehr ein - Jetzt komme, was wolle ;-)

Ich wünsche Ihnen angenehme (Arbeits)tage und viel Spaß beim Aufdecken „falscher Freunde“!

Herzlichst Ihr
Markus Feistritzer

Englisches Wort Bedeutet Ähnelt dem deutschen Wort Falscher Freund richtig übersetzt
actual tatsächlich aktuell current
become werden bekommen get
Billion Milliarde (Tausend Millionen) Billion (Tausend Milliarden) Trillion
fatal mit tödlichem Ende fatal harmful
gross brutto (Betrag) groß big, large, tall
dick Penis (Slang) dick fat, big
handy praktisch, hndlich Handy mobile phone, cellphone
to blame (somebody)   
(jmd) beschuldigen (jmd) blamieren to embarass (somebody)
familiar bekannt, vertraut familiär familial
note Notiz, Anmerkung Note grade, mark
eventual letztendlich eventuell maybe

von Markus Feistritzer | Kategorien: Leadership, Organisationsentwicklung, Projektmanagement, Prozessmanagement, VOON-Management GmbH

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