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FEEDBACK UND CONSULTING –Teil III

von Markus Feistritzer

Feedback und Consulting
@adiruch na chiangmai

Ihre MitarbeiterInnen nennen Sie heimlich einen lautstark agierenden Choleriker. „So, wie mich andere sehen, bin ich doch gar nicht“, klagt die neue Abteilungsleiterin… Zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung liegen in der Tat oft Welten. Gerade bei der Arbeit in (Projekt-)Teams ist das Bewusstsein über das eigene Verhalten und die Kenntnis, was das Gegenüber bewegt, extrem nützlich.

Wissenswertes zum gruppendynamischen JOHARI-Modell erfahren Sie im vorerst letzten Teil der Blogreihe „Feedback und Consulting“… (Nicht nur) die Gruppendynamik verleitet zum Weiterlesen!

Das JOHARI-Fenster

Keine Angst, das JOHARI-Fenster hat nichts mit einer Glasscheibe gemein und muss demnach auch nicht geputzt werden! Eine gewisse Transparenz ist jedoch zu bemerken. Und bei permanenter Missachtung von empfohlenen Verhaltensweisen ist die Gefahr der „Schlierenbildung“ tatsächlich enorm. Faktum ist: Das viergeteilte Modell (erfunden im Jahre 1955 von den Amerikanern Joseph Luft und Harry Ingham) stellt bewusste und unbewusste Persönlichkeits- und Verhaltensmerkmale sowohl der eigenen Person, als auch von anderen Menschen/Personengruppen, dar.

Die 4 Felder des JOHARI-Fensters – verschmutzt und dennoch leicht durchschaubar!?

1. Öffentlich – der Bereich des freien Handelns
Wie sich unschwer erraten lässt, sind dies die Seiten der Persönlichkeit, welche von einem Selbst und auch anderen wahrgenommen werden (z. B. persönliches Auftreten, Körpersprache, äußere Erscheinung, Motivation und dgl.). Dieser Teil des Fensters ist gerade bei neu gebildeten Arbeitsgruppen meist vergleichsweise klein. Durch eine oberflächliche Kommunikationsebene (Small talk) will man vermeiden, zu viel Persönliches von sich preis zu geben.

2. Geheim – das Terrain des Verbergens
Dieses Feld beinhaltet sämtliche privaten Wünsche, Ängste, innerste Überzeugungen und dgl., über welche sich nur der Betroffene im Klaren ist. Dritten gegenüber werden diese „Geheimnisse“ bewusst oder unbewusst gehütet. Vorsicht: Ein „aktives Verheimlichen“ kann gerade in Teams leicht zu Unstimmigkeiten führen – das distanzierte Verhalten wird oft als Mangel an Vertrauen gewertet.
 
3. Blinder Fleck – der Quadrant der fehlenden Selbstwahrnehmung
Dieser Teil des eigenen Verhaltens wird von dem Betroffenen selbst nicht oder nur teilweise wahrgenommen – für andere ist das Benehmen allerdings sehr deutlich sicht- bzw. spürbar. Beispiele hierfür sind z. B. automatisierte Verhaltensweisen, unbewusste Gewohnheiten nonverbaler Natur und dgl. So macht Sie beispielsweise das extrem hohe Geltungsbedürfnis des Kollegen rasend. Tipp: Reden Sie offen und rechtzeitig über evtl. Störfaktoren, um Konflikten in der Arbeitsgruppe den Nährboden zu entziehen. Fordern Sie Ihre Teammitglieder im Gegenzug zu regelmäßigem Feedback auf und machen Sie Ihren „blinden Fleck“ dadurch „öffentlich“.
 
4. Unbekannt – das (große) Gebiet des Unbewussten
Dieser Bereich bleibt sowohl dem Betroffenen selbst als auch den Personen in seiner unmittelbaren Nähe, verborgen. Mithilfe psychologischer Methoden zum Beispiel können mitunter ungeahnte Talente entdeckt oder aber auch Ängste und Aggressionen an die Oberfläche gelangen.
Die jeweilige Größe der „Kuchenstücke“ (der einzelnen Quadranten) hängt sehr stark von der persönlichen Beziehung der Betroffenen ab (Frau X kommuniziert mit Frau Y grundsätzlich anders als mit Frau Z, Herr Mustermann ist sich seiner Verhaltensweisen vollkommen bewusst etc.).

Eine geänderte Größenverteilung der Felder hat zwangsläufig eine Verschiebung der einzelnen Bereiche zur Folge. Durch Feedback werden Kenntnisse über das eigene Verhalten gewonnen. Wie bereits erwähnt, kann der „blinde Fleck“ durch Rücksprache verkleinert werden, wodurch der Bereich des freien Handels automatisch an Einfluss gewinnt.

Fazit: Offene Kommunikation und regelmäßige Rücksprache ist essentiell für jede erfolgreiche (Projekt-)Teamarbeit!

In diesem Sinne wünschen wir viel Vergnügen bei Ihren Feedback-Gesprächen und eine erfolgreiche Woche

Markus Feistritzer & Christoph Edenhauser

 

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