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Feedback annehmen will gelernt sein

von Christoph Edenhauser & Markus Feistritzer

„Es ist durchaus nicht dasselbe, die Wahrheit über sich zu wissen oder sie von anderen hören zu müssen“ (Aldous Huxley, 1894 – 1963). Kritik schmerzt und auf persönliche Anschuldigungen ist wohl niemand scharf. Konstruktives Feedback hingegen kann durchaus bereichernd sein. Gewusst wie, kann „Feedback-Annehmen“ sogar enorm zu Ihrer eigenen Weiterentwicklung beitragen – und diese Chance sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen! Welche Regeln Sie als guter „Feedback-Nehmer“ beachten sollen, das und vieles mehr erfahren Sie im heutigen Beitrag!

Feedback Situationen

Rückmeldungen erhält man, wenn  man a) etwas besonders gut oder b) besonders schlecht gemacht hat. Die mittelmäßigen Leistungen bleiben meist unkommentiert. Unbestritten scheint: Wer Feedback erhält, hat mit seinem Handeln/Tun/mit seiner Leistung etc. zumindest Aufmerksamkeit erregt. Somit ist „Feedback erhalten“ jedenfalls ein Grund zur Freude und birgt große Entwicklungsmöglichkeiten für den Feedback-Nehmer. (Mehr darüber lesen Sie unter diesem Link.) Vorausgesetzt, die Rückmeldung wird (ohne vorschnelle Bewertung und ohne Beleidigt-sein) angenommen. Es ist wichtig, evtl. bemängelte Verhaltensweisen kritisch zu hinterfragen und zu prüfen. Und das kann sehr wohl trainiert werden! Die Bedingung hierfür ist allerdings, dass das Feedback-Geben in professioneller Weise erfolgt (siehe kürzlich erschienener VOON-Beitrag)

Was tun bei ausbleibendem Feedback?

Oberste Regel: Scheuen Sie sich nicht, um Feedback zu bitten. Sie bekunden dadurch ehrliches Interesse in Bezug auf Ihre Fremdwahrnehmung. Um Rückmeldungen gekonnt einzufordern, sollten Sie vorab die folgenden Überlegungen anstellen:

  • Welches Verhalten soll kommentiert werden? In welchen Situationen ist es Ihnen besonders wichtig, zu erfahren, wie Sie von anderen wahrgenommen werden? Nennen Sie hierzu konkrete Beispiele.
  • Bitten Sie um Feedback dazu, wie Sie auf Ihr Gegenüber in Konfliktsituationen wirken (wann/warum fühlt sich Ihr Kommunikationspartner durch Ihr Verhalten gestört?).

6 Tipps, welche das wertfreie Annehmen von Feedback erleichtern  

Die nachfolgenden Regeln gelten sowohl für positive als auch für negative Rückmeldungen, wobei Sie uns wahrscheinlich zustimmen, dass der Umgang mit negativer Kritik naturgemäß meist eine besondere Herausforderung darstellt.

Mit den nachfolgenden Anregungen sind Sie in jedem Falle gut beraten (GPM PM3, 2009: 1146ff.):

  1. Lassen Sie Ihren Gesprächspartner ausreden. Räumen Sie ihm genügend Zeit ein, seine Sicht der Dinge  ausführlich zu schildern. Vermeiden Sie Feedback-Gespräche unter Zeitdruck.
  2. Rechtfertigen Sie sich nicht für Ihr Verhalten und schalten Sie nicht reflexartig auf „Verteidigungsmodus“. Sofort in die Defensive zu gehen, ist in einer solchen Situation keineswegs zielführend!
  3. Bleiben Sie sachlich und ruhig. Konstruktives Feedback-Geben wird durch Emotionalität enorm erschwert. Es kommt dadurch häufig zu Diskussionen und Debatten – man kommt „vom Hundertsten ins Tausendste“ usw.
  4. Vergewissern Sie sich, dass Sie das Gesagte richtig verstanden haben. Nachfragen und aktives Zuhören sind in dieser Situation besonders gefragt.
  5. Seien Sie nicht gleich eingeschnappt und bedenken Sie stets: Feedback ist der Ausdruck der subjektiven Wahrnehmung Ihres Gesprächspartners.
  6. Nutzen Sie das erhaltene Feedback als Chance zur kritischen Selbstreflexion und zur nüchternen Analyse Ihres eigenen Verhaltens.  Haben Sie andere Personen bereits ähnlich wahrgenommen? Kommen Ihnen die erhaltenen Aussagen bekannt vor? Ist an der „Kritik“ etwas Wahres dran? Wie können Sie Ihre Verhaltensweisen künftig verbessern?

Die o. a. Ausführungen machen deutlich, dass professionelle Feedback-Gespräche tatsächlich eine Win-Win-Situation darstellen. Rückmeldungen sind in den allermeisten Fällen eine Bereicherung für den Feedback-Geber und den Feedback-Nehmer! Nutzen Sie die Chance und seien Sie dankbar für die erhaltenen Rückmeldungen – sie ermöglichen Ihnen, Ihr Verhalten gegebenenfalls zu korrigieren und zu verbessern. Und auf Verbesserung und Professionalität sind wir wohl alle scharf, oder?

 

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine erfolgreiche – feedback-reiche! – Woche,

Markus Feistritzer und Christoph Edenhauser

 

 

VERZEICHNIS UND WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement / Michael Gessler (Hrsg.): Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3) - Handbuch für die Projektarbeit, Qualifizierung und Zertifizierung auf Basis der IPMA Competence Baseline Version 3.0, 8. Auflage, Nürnberg, 2016

Noch mehr zum Thema Feedback Annehmen lesen Sie hier.

 

von Christoph Edenhauser & Markus Feistritzer | Kategorien: Organisationsentwicklung, Projektmanagement

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